
UND WENN ICH SCHWEIGE, SCHWEIGE ICH ÜBER ETWAS
Ein Feature über den armenischen
Komponisten
Awet Terterjan
von Kai
Grehn & Cordelia Schwerwitz
Musik:
Sinfonie Nr. 5 | Sinfonie Nr. 3, 2. Satz | Ausschnitte aus der Sinfonie
Nr. 4 und Nr. 8
Sprecher:
Cordelia Scherwitz und Kai Grehn
Ton:
Z.A.P. | Mischung im
LoFi-Studio Potsdam
Länge:
ca. 55 min
Eine Autorenproduktion im Auftrag
von DLR
1999
Awet Terterjan Homepage
Awet Terterjan (1929-1994) gehört zu jenen Komponisten aus der ehemaligen
Sowjetunion, die die Ästhetik der Neuen Musik radikal umkrempelt haben (zu
denken ist daneben u.a. an Alfred Schnittke, Galina Ustvolskaya, Sofia Gubaidulina,
Giya Kancheli und Arvo Pärt). An ihren Werken klebt das Blut existentieller
Auseinandersetzung, gleichzeitig findet sich in ihnen immer wieder eine
große, von orientalischer Philosophie geprägte Ruhe.
Terterjan wird sich als einer der wesentlichsten Komponisten dieser Richtung
erweisen. In den letzten Jahren mehren sich Aufführungen etwa seiner gewaltigen
acht Sinfonien, die sich mit radikaler Entschiedenheit am Klang, am einzelnen
Ton festbeißen. „Im Ton ist die ganze Welt. Kennen Sie eine Melodie, die
die ganze Welt ausdrücken würde? Den Zustand der Liebe oder der Freude oder
der Trauer? Nein, die gibt es nicht. Aber der Ton zersplittert in Milliarden
Teilchen! In ihm ist alles, wie in einem Fokus. Der Ton ist absolut.“ Diese
Überzeugung fließt mit geradezu unerschütterlicher Hingabe in jedes
seiner Werke.
Die Sendung „Und wenn ich schweige, schweige ich über etwas“
versucht den armenischen Komponisten, sein Werk und seine künstlerische
Weltsicht zu umreißen und dem deutschsprachigen Publikum vorzustellen.
TERTERJAN:
„Der Klang ist für sich genommen für mich von großer
Bedeutung. Er wurde für mich zu einer absoluten Erscheinung. Ich bin
überzeugt, daß der Klang vielgestaltig ist und fähig, die
Türen zur Unendlichkeit aufzustoßen. Ich sehe in ihm ganze Welten
und Bewegungen. Für mich ist der Klang sehr polyphon und angefüllt
von der inneren Entwicklung der Bestandteile, die eine Art eigenes Leben
führen. Der Klang ist eine ganze Sinfonie. Im Mikrokosmos seiner Struktur
kann man das gesamte Weltall sehen. Ich möchte die Aufmerksamkeit des
Publikums auf ihn lenken und gemeinsam mit dem Hörer eindringen in
sein Geheimnis.“