
DER Berg, er ruft – und schweigt
Eine WDR3.pm Sendung von
Kai Grehn
Regie: Kai
Grehn
Sprecher:
Andreas Leupold, Arta Preuß, Danielle Schneider, Wolfgang Wagner und
Kai Grehn
Ton und Technik:
ZAP
Redaktion:
Gabriele Faust
Länge:
175 min
Eine Sendung des
WDR 2006
Laufplan
(PDF / 144KB)
Die dreistündige Sendung „ Der Berg, er ruft - und schweigt“
versucht in die Welt des Höhenbergsteigens einzudringen und diese zu
r? hinterfragen. Eine Welt, die eine lebensfeindliche ist, in der der Mensch
zurückgeworfen wird auf seine nackte Existenz, gedrängt an den
Rand der eigenen Grenzen, und darüber hinaus. Bergsteigen, um mit den
Worten Gottfried Benns zu sprechen, als Erkennen im Widerstand gegen den
herausgeforderten Tod. Ein Ringen des Menschen mit sich selbst. Ein Kampf
gegen die eigene Unzulänglich- und Vergänglichkeit. Der Versuch, Antworten vom Berg mitzubringen, Antworten auf die Fragen „Wer
bin ich?“ und „Was tue ich hier?“ Der Versuch, eigenes
Handeln und Denken besser zu verstehen, eigene Lebensansichten durch den
Blick vom Gipfel des Berges zu relativieren und zu revidieren auch. Die
Hoffnung, daß sich nach dem Abstieg vom Berg etwas Wesentliches im
Leben verändert haben sollte.
SPRECHER A:
„Was sucht der Fremde in der Fremde, wo fremd er bleiben wird, fremd
er bleiben muß? Ist nicht bereits der Ritt ins Nachbardorf zu weit,
wie Kafka schreibt, bemessen auf die Kürze des Lebens? - Der Berg,
er ruft und schweigt.
Was treibt den Menschen, warum zwingt er sich in diese Höhen, auf Berge,
über die kein Vogel fliegt? Wenn er Götter zu finden hofft, nicht
auf den Gipfeln sitzend werden sie ihm sich offenbaren. Wenn es außer
Steinen für den Menschen dort oben überhaupt etwas zu finden gibt,
dann am ehesten wohl sich selbst, im Spiegel der Seilpartner, Kameraden,
der lebenden und der toten.“ (Tagebuchnotiz
von Kai Grehn, Basislager Diamirseite des Nanga Parbat, 2004)